Geradelt wird überwiegend auf asphaltierten, verkehrsarmen Nebenstraßen!
Die im Bergischen üblichen Steigungen werden nicht auf jeden Fall vermieden.
Da es jedoch einige schöne Stellen zum Rasten gibt, ist die Tour auch für weniger Geübte mit Freude am Radeln und an der wunderschönen Landschaft geeignet.
Obwohl die Tour relativ genau beschrieben ist, ist es nötig, eine Karte mitzunehmen. Es gibt vor allem in der Beyenburger Gegend einige kniffelige Stellen, die schwer zu beschreiben sind. Ich bevorzuge die Freizeitkarte 1:50000 Naturpark Bergisches Land (Nord.
Los geht´s:
Die kleine Panzertalsperre ist 1891-93, kurz nach der Remscheider Talsperre gebaut worden. Sie diente der Trinkwasserversorgung der damals selbständigen Stadt Lennep.
Lennep, heute Stadtteil Remscheids, ist einen kurzen Stop wert! Der historische Stadtkern mit wunderschönen bergischen Häusern ist kreisrund angelegt und war früher ein bedeutendes Handelszentrum. Durch die Mitgliedschaft in der Hanse pflegte die Stadt Verbindungen in alle Welt. Über die alten Fernstraßen zogen aber nicht nur Händler, sondern auch Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Im 16. Jh war Lennep ein bedeutendes Zentrum der Tuchherstellung (Besuch des Tuchmuseums Wülfing lohnt sich). Die Stadt fiel mehrfach Bränden zum Opfer, zuletzt 1746. Aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dieser Katastrophe stammt die Mehrzahl der heutigen Häuser. 1750 wurde die evangelische Kirche mit barocker Zwiebelhaube im Stadtzentrum gebaut. Das Röntgenmuseum erinnert an den berühmten Sohn der Stadt.
Neben der Autobahn ragt der denkmalgeschützte Wasserturm von RS-Lüttringhausen auf.
Die Obere Herbringhauser Talsperre ist eine Trinkwassertalsperre und fasst knapp 3x so viel Wasser (2,86Mio.m3) wie die Remscheider- oder Eschbachtalsperre. Sie wurde 1898-1900 durch die damals selbständige Stadt Barmen gebaut. Unmittelbar unterhalb der Bruchstein-Staumauer liegt das Wasserwerk Herbringhausen.
Die untere Herbringhauser Talsperre ist eine Trinkwassertalsperre und fasst 180.000 m3 Wasser. Bauzeit 1926-27. Die Sperrmauer ist ein Erddamm mit Betonkern.
Beyenburg, heute Stadtteil von Wuppertal, liegt auf einer Halbinsel zwischen der Wupper. Die Wupper bildet hier übrigens die Grenze zwischen dem Rheinland und Westfalen. Hier verlief früher eine alte Fernroute vom Rheinland nach Norden und Osten. 1298 schenkte der Graf von Berg die Siedlung dem flämischen Orden der Kreuzbrüder, die hier 1301 mit Genehmigung des Kölner Erzbischofs ein Kloster gründeten. 1485 wurde mit dem Bau der Klosterkirche Maria Magdalena begonnen. In der Kirche liegt interessantes Informationsmaterial über die Geschichte des Klosters aus. Eine Besichtigung lohnt sich. Interessant ist, dass sich die Altstadt in eine Art Ober- und Unterstadt gliedert. Im oberen Teil befindet sich die Klosterkirche, viele Häuser sind verschiefert, während sich zu Füßen der Kirche ein wunderschönes Ensemble von Fachwerkhäusern schmiegt.
Es lohnt sich, hier eine längere Rast zu machen, die Gässchen zu durchstreifen, einen Blick auf den Beyenburger Stausee zu werfen und sich zu stärken. Eine Gastwirtschaft liegt am Ende der Halbinsel in Wupperhöhe. Beyenburg hat auch eine leckere Eisdiele zu bieten, auf der entgegengesetzten Seite der Altstadt (rechts von Schienen und Stausee).
Für den Rückweg biete ich 2 Varianten an:
Die kürzere VarianteA geht über die Höhenstraße direkt nach Lennep zurück.
Die etwas längere, dafür weniger steile Variante B fährt am Beyenburger Stausee entlang zur Wuppertalsperre, von dort wieder zur Panzertalsperre in Lennep.
Das langgezogene Fachwerkhaus in Cluse beherbergte früher das Lenneper Siechenhaus, wo in ausreichender Entfernung von der Stadt Menschen mit ansteckenden Krankheiten untergebracht waren.
Die Wuppertalsperre fasst 25,6Mio m3 Wasser. Sie wurde 1987 fertiggestellt und dient der Wasserregulierung und als Naherholungsgebiet.
Die Idee zu dieser Tour stammt aus dem Buch "Wege zum Wasser – 16 Radwanderungen zu dem Talsperren im Bergischen Land"
Anregungen, Kritik und Tipps sind gerne willkommen (e-mail)!